Basisstufe soll Sache der Gemeinden sein
An der morgen beginnenden Novembersession wird die Frage geklärt werden müssen, ob den Gemeinden die Möglichkeit gegeben wird, die Eingangsstufe in ihrer Gemeinde in Form der Basisstufe organisieren zu können. Nachdem zahlreiche Gemeinden im Pilotprojekt mitgemacht haben, wollen viele von ihnen unter keinen Umständen wieder eine von der Schule getrennten Kindergarten. Während die Lehrerschaft und die Schulpflege nach meiner Beobachtung vorallem mit pädagogischen Argumenten für die Basisstufe kämpft, sehen Gemeindevertreter vorab den Vorteil, ihre Schulstrukturen trotz zurückgehenden Schülerzahlen erhalten zu können.
Die politische Diskussion läuft fast nur über die Frage, ob die Basisstufe gut oder schlecht sei. Der Lehrerverband bezeichnet Basisstufenkritiker als bildungsfeindlich. Auf der anderen Seite melden sich nun Eltern öffentlich, die negative Erfahrungen mit der Basisstufe machen.
Der Kantonsrat muss aber am Montag oder Dienstag nicht darüber entscheiden, ob die Basisstufe gut oder schlecht sei. Er muss nur die Frage klären, ob die Gemeinden die Freiheit haben sollen, ihre Basisstufe zu behalten oder nicht und allenfalls eine solche einzuführen. Keine Gemeinde wird jedoch mit der Gesetzesrevision dazu gezwungen.
Ich meine, das ist sachgerecht. Denn ich bin überzeugt, dass nicht das System, in dem die Kinder zur Schulge gehen, entscheidend ist für den Schulerfolg. Wichtiger ist das Engagement der Lehrpersonen und des Umfeldes. Das System muss zu den Menschen passen, die unterrichten oder ihre Kinder in den Unterricht schicken. Je einvernehmlicher die Systemwahl erfolgt, umso besser werden die Ergebnisse sein. Welches System konkret passt und ob die Voraussetzungen im Umfeld für eine erfolges Umsetzen des Systems gegeben sind, können die Gemeinden am besten selbst beurteilen.
Und da es so ist, dass die Gemeinden 75 % der Kosten der Volksschule selber tragen, sehe ich nicht ein, weswegen man den einen etwas gegen den Willen aufzwingen und den anderen etwas wegnehmen soll. Es entspricht sowieso unserer Grundhaltung, die Gemeindeautonomie nicht unnötig zu beschränken. Die Not, um von oben das System vorzugeben, ist klar nicht gegeben. Wer gegen die Einführung der Basisstufe ist, kann sich dann direkt vor Ort in seiner Gemeinde engagieren.
