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Mit Kanonen auf Spatzen geschossen!

Die FDP hat das Referendum gegen das geplante Gesetz über den gesellschaftlichen Zusammenhalt beschlossen. Neuerdings springt ihr auch die SVP eilfertig hintennach. Um was geht es: Das neue Gesetz über den gesellschaftlichen Zusammenhalt regelt die Zuständigkeiten und Kompetenzen des Kantons im Bereich Gesellschafts- und Sozialpolitik. Es bringt der Politik mehr Mitbestimmung und den Gemeinden bessere Vernetzungsmöglichkeiten. Schliesslich werden mehrere regierungsrätliche Kommissionen aufgehoben und die Verwaltungsstrukturen vereinfacht. Das Gesetz sagt gleichzeitig klar, was die öffentliche Hand im Bereich Gesellschafts- und Sozialpolitik zu tun  und zu lassen hat, betont gleichzeitig die entscheidende Rolle der Zivilgesellschaft (Vereine, Parteien, etc.) und setzt auf Eigenverantwortung. Es geht also letztlich um ein schlichtes Zuständigkeitsgesetz, so wie wir es bei der Kulturförderung, bei der Tourismusförderung und bei der Wirtschaftsförderung haben.  

Eine kleine Geschichte, möchte man meinen. Mitnichten, offenbar wollen FDP und SVP bei diesem unscheinbaren Gesetz eine ideologische Grundsatzdiskussion entfachen. Ich bezweifle, ob dies das richtige Objekt ist. Statt mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen, sollte sich die Politik gescheiter um die wirklich entscheidenden Fragen für unseren Kanton konzentrieren, so beispielsweise um den Tiefbahnhof, um die Zukunft unserer Spitäler oder um unsere Steuer- und Standortpolitik.


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"Mit Kanonen auf Spatzen geschossen!"
 
Adrian Bühler

Freitag, 28-08-09 09:37

Interessant ist die liberale Argumentation bzw. die Kehrtwende in derselben. Zunächst (vor einigen Wochen) drohten die Liberalen mit dem Referendum, weil der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht verordnet und schon gar nicht „erzwungen“ werden könne. Diese Argumentation wurde in diesem Blog mehrfach und genüsslich widerlegt. Nun haben die Liberalen eine eigentliche Kehrtwende vollbracht. In der offiziellen Medienmitteilung findet man plötzlich ganz andere Argumente gegen das Gesetz: Das Gesetz habe „wenig Verbindlichkeiten“ und „konkrete Bestimmungen fehlen“. Und: „Natürlich solle der gesellschaftliche Zusammenhalt im Kanton unterstützt werden mit Rahmenbedingungen […], aber nicht mit einem Rahmengesetz, das fast etwas schwammig sei.“

Was denn nun? Ich bin gespannt, mit welchen Anträgen die Liberalen das Gesetz in der zweiten Lesung „konkretisieren“ wollen. Ich bin gespannt, welche „Verbindlichkeiten“ sie einfordern, um dem Gesetz die „Schwammigkeit“ zu nehmen. Zur Orientierung: In der ersten Lesung wurden von Seiten der FDP kein einziger Antrag gestellt.

Aber eben (ich wiederhole mich): Um den Wahlkampf 2011 zu eröffnen, hat die Luzerner FDP ein Thema gesucht und nun vermeintlich gefunden.
 
 

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