Home / Blog / 

SVP und die Bonibesteuerung

Zeigt hier jemand sein wahres Gesicht?

Als politisch tätige Person wird man überall auf das "Theater in Bern" angesprochen. Damit ist die unsägliche Schacherei um die Genehmigung des Staatsvertrages mit der USA gemeint. All die  Parteistrategen in Bern merken offenbar gar nicht, wie ungern das sogenannte Volk Publikum bei dieser Vorführung spielt. Auf der Bühne haben zum Glück die Mitteparteien die klar glaubwürdigste Rolle gewählt. Und auch glücklich kann man damit sein, dass die SVP mit ihrem Kampf gegen die Boni-Steuer den sogenannten kleinen Mann verrät. Jener kleiner Mann, dessen Anwalt man immer wieder vorgab zu sein.

 

Am Ende des Trauerspiels, welches ja offenbar noch nicht über alle Akte gegangen ist, wird es viele Verlierer geben. Einer scheint mir schon heute klar, nämlich die Politik bzw. die Politikerinnen und Politiker als Gruppe. Die Bevölkerung erwartet, dass Probleme sachlich diskutiert und dann gelöst werden. Sie will nicht unfreiweillig Zuschauer in einem Theater sein. 

 

Zu hoffen ist trotzdem, dass einigen unter dem Publikum die Augen aufgehen: Die SVP verbindet ihren vermeintlichen Kampf für das Bankgeheimnis, welches vorliegend nur ausländischen Steuerhinterzieher nützt, mit der Bedingung, dass die Lohn- und Boniexzesse nicht bekämpft werden. Bevor der Vorhang aufgegangen ist, hat man sich in der Rolle des Verteidigers der Interessen der einfachen Schweizer angepriesen. Jetzt, da der Vorhang oben ist und das Scheinwerferlicht eingeschaltet, sehen alle, die nicht blind sind, dass die SVP unter der Regie von Blocher nicht gewillt ist, das Problem der Lohnexzesse wirklich anzugehen.

 

Wenn die SVP am Schluss einem Kompromiss doch noch zustimmen wird, dann weil sie weiss, dass die blochersche Haltung in dieser Frage nicht mehrheitsfähig ist. Einmal Populist, immer Populist!

Dumm ist, wer sich davon täuschen lässt. 

 

Einen Kommentar schreiben
Name *
Website
* Pflichtfelder
Bauer Medien AG