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Und plötzlich erlischt die Liebe zur Schweiz

Die Schweiz wird offensichtlich Opfer ihres eigenen Erfolges. Der Franken,stark wie nie, konnte dank einer unabhängigen Nationalbank auf ein halbwegs erträgliches Mass eingestellt werden. Dies allerdings mit einem enormen Mitteleinsatz.

Zur gleichen Zeit erlebt auch die Liebe zur Schweiz, kurz vor den Wahlen, ungeahnte Höhenflüge. «Unser» Erfolg hat bekanntlich viele Gründe. Eine wichtige Stütze ist die Stabilität. Das gilt für den privaten wie den öffentlichen Bereich. Wir leben immer noch in sehr stabilen politischen Verhältnissen. Die Sozialpartnerschaft stärkt sowohl das politische Gefüge wie die Wirtschaft. Bei uns ist zudem die Leistungsbereitschaft ausgeprägt. Also sind wir gut unterwegs? Bei genauer Betrachtung gibt es aber weitere Fragen. Woher kommen die Mittel, wo verdienen wir unser Geld? Wenn wir die Einnahmen aus dem Tourismus und der Exportwirtschaft zusammenzählen, stellen wir fest, dass wir jeden zweiten Franken…im Ausland verdienen.

Die Entwicklung des Frankens, gemessen am Euro, hat uns unmissverständlich aufgezeigt: Wir sind, zumindest wirtschaftlich, mitten drin und nicht allein und schon gar keine Insel. Die hilflosen und natürlich korrekten Hinweise auf die Schwäche unserer Nachbarstaaten oder von Amerika vermag unsere Stellung um nichts zu verbessern.

Wenn die Preisdifferenzen zwischen den Produkten hier und denen im Ausland zu gross werden, erlischt die Liebe zur Schweiz ziemlich schnell. Man will den Schweizer Lohn, aber die Einkaufskosten von Europa. Das geht nicht lange auf. Als Nächstes werden den tiefen Einkaufspreisen tiefe Löhne folgen (müssen). Dass Ratschläge in diesem ganzen Zusammenhang nicht einfach sind, ist klar. Ein Vertreter der Super-Schweizer empfiehlt, sich im Schwarzwald pflegen zu lassen, da dies ja billiger sei. Diese Aussage zeigt auf, wie hilflos hier nach Lösungen gesucht wird. Zahlreiche Arbeiten in der Produktion, im Gesundheitswesen oder in der Gastronomie werden von ausländischen Mitarbeitenden ausgeführt. Sie können, auch wenn man möchte, nicht von einheimischen Arbeitskräften ersetzt werden. Wir sind also auf die ausländischen Mitarbeitenden angewiesen, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen.

Ein weiteres Szenario, das uns wahrscheinlich ebenfalls beschäftigen wird: Durch die Frankenstärke sind zahlreiche Firmen, welche wesentliche Teile ihres Umsatzes im Export erarbeiten, in ihrer Existenz bedroht. Sie müssen sich überlegen, wie sie überleben können. Und nach meiner Meinung wäre ein Abzug von Arbeitsplätzen aus der produzierenden Industrie oder dem Gewerbe etwas vom Schlimmsten, was uns passieren könnte. Es gibt, obwohl das auch bei uns von Technokraten erzählt wurde, keine Volkswirtschaft, die nur aus Dienstleistungsangeboten besteht. Wir müssen also mit aller Kraft dafür sorgen, dass die Schweiz auch in Zukunft ein Produktionsstandort bleibt. Ich zitiere in diesem Zusammenhang: Wenn der Mensch nicht zum Werkstück geht, geht das Werkstück zum Menschen.

Wir sind gut beraten, zu unseren Tugenden Sorge zu tragen. Da und dort orte ich Wohlstandserscheinungen. Wir müssen akzeptieren, dass wir Teil einer globalisierten Welt sind. Das schliesst ein regionales Denken und Handeln nicht aus. Im Gegenteil, es ist Bedingung. Der Mensch neigt zur Nähe, zu Sicherheit.

Die wirtschaftlichen Verflechtungen, vor allem mit unseren Nachbarn in der EU, sind sehr gross. Die vom Volk mehrfach bestätigten Bilateralen Verträge sind ein elementarer Pfeiler dieser Zusammenarbeit. Wir sollten die Ausländer-Thematik mit mehr Sachlichkeit und weniger Emotionen angehen. Mit den jahrelangen Ausländer-Kampagnen haben wir es geschafft, dass gegen alle und jeden ausländischen Menschen ein Generalverdacht auf Kriminalität besteht. Damit wird man weder der Sache noch dem Grossteil der hier lebenden und arbeitenden ausländischen Menschen gerecht.

Wer in unser Land kommt und sich mit unseren Gepflogenheiten, welche sich an den abendländischen Werten orientiert, nicht anfreunden kann oder will, muss sich überlegen, ob er ins richtige Land gekommen ist. Wer zudem kriminell wird, gegen den sollen die bestehenden Rechtsmittel angewandt werden. Gerade weil wir aber auf ausländische Arbeitskräfte, auch Spezialisten, angewiesen sind, müssen wir dort Grenzen setzen bzw. die Gesetze anwenden.

Die Wahlen für unser Parlament in Bern bieten die Möglichkeit, die Menschen zu wählen, die nach Lösungen für die Schweiz suchen. Lösungen, die Perspektiven haben. Als Patriot liebe ich mein Land, respektiere aber auch die Leistungen anderer Staaten und Menschen. Die Menschen, die ich wähle,sind in der politischen Mitte, konkret in der CVP, wo diese Werte auch gelebt werden.

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