Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG)

14. Juli 2010
Strompreis Zentralschweiz: Runter statt rauf!

Zu hohe Strompreise belasten Wirtschaft und Mittelstand. Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Kanton Luzern hat kein Verständnis für die von Stromkonzernen angedrohte Erhöhung. In der Zentralschweiz sind die Strompreise sowieso zu hoch.

Immer wieder geht aus Statistiken hervor, dass die Strompreise in der Zentralschweiz über dem schweizerischen Mittel liegen. Der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Kanton Luzern konnte noch nie glaubhaft aufgezeigt werden, warum das so ist.

Strompreis hat grosse Bedeutung

Der Strompreis hat volkswirtschaftlich in zweifacher Hinsicht eine grosse Bedeutung: Einerseits ist Energie eine wichtige Ressource und somit  Kostenfaktor für die Industrie und für produzierende Handwerksbetriebe. Anderseits kann jeder Franken, den Privathaushalte den Stromkonzernen abliefern müssen, nicht ausgegeben, nicht konsumiert werden. Das spüren insbesondere die (grosse Zahl) Haushaltungen des Mittelstandes. Deshalb ist für die AWG für den Raum Zentralschweiz schon lange klar: runter mit dem Strompreis!

„Im falschen Film“

Vor diesem Hintergrund liegen die von den Stromgiganten Axpo und BKW publizierten Vorstellungen von einer Erhöhung quer in der Landschaft. Bildlich drückt es Leo Müller, Präsident der AWG Kanton Luzern so aus: „Wir kommen uns wie im falschen Film vor.“ Seine Gründe: Die Stromkonzerne machen nach wie vor gigantische Gewinne, sie haben komfortable Reserven, sie bewegen sich in einem halbherzig geöffneten Markt, die Produktionskosten sind nicht merklich angestiegen, die Kapitalzinsen befinden sich auf tiefem Niveau und im Fall von Zukäufen aus der Strombörse sind die Preise gesunken. „Also, wo liegt da der volkswirtschaftliche Grund, die Preise zu erhöhen?“, fragt Leo Müller rhetorisch und meint: „Das alles wären Gründe, die Preise zumindest punktuell zu senken.“

Kettenreaktion in den Regione

Die AWG Kanton Luzern erwartet, dass die Elektrizitätskommission ElCom die anbegehrten Erhöhungen ablehnt. Denn es geht nicht nur um die beiden Konzerne. Wenn diese ihre Preise anheben, hat das eine Kettenreaktion bei den regionalen Stromversorgern zur Folge, die wohl oder übel nachziehen müssen. Strompreise betreffen die Attraktivität des Wirtschaftsraums Schweiz und Zentralschweiz und beeinflussen die Kaufkraft privater Haushalte und somit den Konsum. Deshalb gibt es für die AWG Kanton Luzern nur eine Stossrichtung: Runter mit dem Strompreis, sicher nicht rauf!

Endlich Profil in der kantonalen Energiepolitik

Energiepolitischen Handlungsbedarf gibt es in den Augen der AWG auch auf der kantonalpolitischen Ebene. Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) taxiert die kantonale Energiepolitik als ungenügend und unklar in Sachen Strompreis. Die AWG wird den mit Spannung erwarteten Planungsbericht in den nächsten Tagen kritisch prüfen. Denn bisher fehlten der Luzerner Energiepolitik eine erkennbare Führung, ein Profil und eine Strategie.