Schlachtjahrzeit Sempach

Gedenktage gehören zur Schweiz und zu unserer Tradition. Es sind auch Tage der Begegnung, des friedlichen Gesprächs und des Meinungsaustausches. Diese Tage lassen wir uns nicht nehmen, weil sie wertvoll sind und zu unserem (politischen) Kulturgut gehören.

 

Die „alte“ Sempacher Schlachtjahrzeit aber ist nicht mehr durchführbar. Sie wurde kaputt gemacht: Von den Rechten, die schwiegen und von den Linken, die schrieen. Wir Demokraten hatten die Meinungsäusserungsfreiheit zu garantieren. Wir schickten die Polizei. Sie sorgte dafür, dass die Extremisten nicht aufeinander losgehen konnten.

 

Die „neue“ Schlachtjahrzeit in Sempach muss ein Tag des Gedenkens und des Denkens werden. Sie soll die positiven Elemente der Vergangenheit mitnehmen (Totengedenken, Brauchtum, Rede, Schulklassen, Käseschnitte). Sie kann eine Plattform für Neues und Innovatives werden, ein Forum für zeitgerechten Patriotismus.

 

Die Schlacht von 1386 war eine Art Startsignal für den Territorialstaat Luzern (vorher gehörten wir fast alle zu Österreich). Heute kann Sempach für den Kanton Luzern wieder zum Ausgangspunkt für eine gemeinsame Zukunft werden: Einmal im Jahr sollten wir uns Gedanken machen, wie wir die ‚Idee Luzern‘ im 21. Jahrhundert positionieren. Selbstverständlich ist die ‚Idee Luzern‘ kontrovers zu diskutieren – und danach feiern wir! Von der kleinen Stadt am See können Impulse ausgehen für den sich permanent erneuernden Staat – einen Staat, wo niemand für seine Ideen schweigen oder schreien muss, sondern wo wir miteinander über eine gemeinsame ‚Idee Luzern‘ reden.

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